Pressemitteilung Hamburger Bürger-Liste, 8.1.2015

Ties Rabes mangelhaftes Inklusions-Konzept: Falsche Zahlen – viel zu geringe Mittel – viel zuwenig Lehrer. Nach Viertklässler-Gutachten:

 

Hamburger Bürger-Liste fordert massive Verbesserungen für die Inklusion:
Erhalt der Wahlfreiheit, deutlich mehr Mittel und Sonderpädagogen, fachlich gezielte Förderung passend zum individuellen Förderbedarf der Kinder.

Jetzt steht es fest: Ties Rabes Inklusionszahlen waren falsch. Die Fördermittel für die Inklusion, die er Hamburgs Schulen in den letzten zwei Jahren zugestanden hat, waren viel zu niedrig.

Der Schulsenator hat gestern nach heftigen Druck der Öffentlichkeit die Ergebnisse von Viertklässler-Gutachten offengelegt. Statt bei 4 Prozent besteht demnach bei 6,6 Prozent der Schüler sonderpädagogischer Förderbedarf. Demnach werden mindestens 350 mehr Pädagogen als bisher gebraucht.

“Selbst mit diesen zusätzlichen Lehrern ist aber eine sonderpädagogische Förderung wie in der früheren Kombination von Förderschulen und Integrationsklassen nicht möglich. Auch die geforderte Doppelbesetzung der Klassen durch zwei Pädagogen sieht Ties Rabe weiterhin nicht vor.” so Mareile Kirsch, Vorsitzende der Wählergemeinschaft Hamburger Bürger-Liste, Hamburgs erster “Schulpartei”.
“Das mangelhafte Inklusionskonzept des Schulsenators hat zur Folge, dass die Förderzeiten für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Vergleich zum vorherigen Integrationsmodell um bis zu 70 Prozent gekürzt wurden! Die mangelhafte Umsetzung der Inklusion hat in Hamburg also zu einer Verschlechterung der sonderpädagogischen Förderung geführt. Das bedeutet eine erheblicher Chancen-Benachteiligung der Kinder”,

Die Ergebnisse der Viertklässler-Gutachten bestätigten die Forderung der Hamburger Bürger-Liste für eine deutliche Verbesserung der Inklusion, für die sie sich nach der Wahl in der Bürgerschaft einsetzen will:

Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf haben ein Recht auf inklusive Beschulung – aber auch auf den Besuch einer spezialisierten Förderschule. Das Wahlrecht zwischen Förderschule und Regelschule muss auch für Kinder mit den sonderpädagogischen Förderbedarfen Sprache und Lernen unbedingt erhalten bleiben! Es darf nicht durch Streichung oder Beschränkung von Förderschulplätzen ausgehobelt werden! Inklusion darf nicht zum Zwang werden, stattdessen müssen sich Eltern frei für die bestmögliche Förderung für ihr Kind entscheiden dürfen.

Neben dem Erhalt der Spezialschulen ist es ferner dringend notwendig, das Inklusionskonzept zu verbessern. Dafür werden vor allem deutlich mehr sonderpädagogisch ausgebildete Lehrkräfte benötigt. Es muss sichergestellt werden, das Kinder die Förderung durch Sonderpädagogen der Fachrichtung erhalten, die zu dem individuellen sonderpädagogoischen Förderbedarf der Kinder passt. Darüber benötigt werden mehr Ressourcen für Teamarbeit, Räume und Sachmittel. Die systemische Ressource für Schulen muß durch eine individuelle Ressource ergänzt werden. Beide müssen am wirklichen Bedarf berechnet werden, der mit einer regelmäßigen, rechtzeitigen und gründlich-umfassenden Diagnostik festgestellt wird.

“Kinder müssen wieder in den Mittelpunkt von Schulpolitik gestellt werden”, so Mareile Kirsch. “Für Kinder, bessere Förderung und Bildungsqualität in allen Schulformen, mehr Zeit und Ruhe zum gründlichen Lernen, mehr Pädagogen und Erzieher wollen wir uns als Eltern nach jahrelangen Erfahrungen mit immer neuen Reformen, Bildungsverkürzung, Sparmodellen und Schulstrukturdebatten nun mit Unterstützung von Pädagogen, Wissenschaftlern und Schülern selbst politisch einsetzen”.

Für Fragen stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung

Mareile Kirsch und das Team der Hamburger Bürger-Liste

Bildungsmanagement, Input-Output-Messungen, Bildungsempiritis, Kompetenztesteritits oder Der Irrtum der Vermessbarkeit von Bildung:

5. Januar 2015

Politiker und Vertreter der empirischen Bildungsforschung – in Hamburg und bundesweit – bauen auf die Messbarkeit von Bildung und lassen immer mehr Mittel für immer mehr Kompetenztests in den Schulen und in Institute für “Qualitätsmanagement” fliessen. Das stößt auf heftige Kritik vieler Pädaogen, Bildungsforscher und Wissenschaftler.  Dazu Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung an der Hochschule Offenburg in der ZEIT:

“Bildung lässt sich nämlich weder messen noch quantifizieren. Abprüfen lässt sich nur der Lernfortschritt durch Üben und Trainieren. Natürlich werden sich empirische Bildungsforscher das nicht eingestehen, dadurch entzögen sie sich ja selbst die Grundlage. Aber wer glaubt, den Menschen und sein Verhalten messen, steuern und regeln zu können wie die Kybernetiker und Behavioristen mit ihrem programmierten Lernen, vergisst – oder verleugnet – das pädagogische Elementarprinzip. Lehren und Lernen ist immer Beziehungsarbeit zwischen Menschen. Das erfordert Dialog und Vertrauen in Lehrende wie in Lernende statt der Fixierung auf Zahlen und Methoden.

Wir können und wollen als Pädagogen Menschen, ihr Lernen und ihre Entwicklung nicht vermessen, sondern aktiv und konstruktiv fördern. Nicht das Erzeugen von Kennzahlen und Rankings anhand von Effektmaßen, wie sie der Bildungsforscher John Hattie verwendet, sollten das Ziel sein, sondern die Entwicklung eigenständiger und im Wortsinn eigenwilliger Persönlichkeiten.

Auch Persönlichkeit lässt sich nicht vermessen. Womöglich charakterisiert gerade das Nichtmessbare Wesentliches des Menschen als Individuum, und wir müssen erst wieder lernen, die nicht quantifizierbaren Qualitäten des Menschen wertzuschätzen.”

http://www.zeit.de/2014/52/bildung-schulen-studien?fb_action_ids=851783344883981&fb_action_types=og.recommends&fb_ref=facebook.zonarticle.klick.article.recommend

Erfolgreiche Volksinitiative gegen Busbeschleunigung

6.01.15

Schon wieder: Eine bürgerferne Politik von verantwortlichen Politikern im Hamburger Senat und Bürgerschaft, die bei Verkehr- wie bei Schulpolitik und G9 an Gymnasien – von oben “durchregiert” – und betroffene Bürger ignoriert – bleibt nicht folgenlos:

Die Volksinitiative gegen die Busbeschleunigung war erfolgreich. Glückwunsch an die Initiatoren und Mitstreiter!

Jetzt muss sich die Bürgerschaft (und damit auch der Senat) vor der Wahl mit der Volksinitiative befassen: http://www.abendblatt.de/hamburg/article136077680/Volksinitiative-gegen-Busbeschleunigung-erfolgreich.html

SCHULSENTOR RABES INKLUSIONS-SKANDAL IN HAMBURG

02.01.2015

Schulsentor Rabe hält Ergebnisse von neuen sonderpädagogischen Gutachten aus wahltaktischen Gründen geheim, so die massive Kritik der GEW in einer Pressemitteilung vom 2. 1. 2015. Es geht um bis zu 300 zusätzliche Lehrerstellen für die Inklusion für bis zu 19 Millionen Euro:

Zwei Jahre lang unterstellte Schulsenator Rabe den Hamburger Schulen, ihre Zahlen zu Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung (LSE) seien viel zu hoch und verweigerte Schulen und Schülern damit entsprechende Mittel und zusätzliche Pädagogen für die sonderpädagogische Förderung: Nun liegen neue Gutachten- Ergebnisse und Zahlen der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ), für alle Vierklässler vor, doch der Schulsenator weigert sich, trotz einer kleinen Bürgerschaftsanfrage, die konkreten Zahlen zu veröffentlichen.

Die GEW in ihrer Pressemitteilung:
“Bisher erhalten die Grundschulen von der Schulbehörde durchschnittlich für 4% ihrer Schüler zusätzliche Lehrerstunden für den Förderbedarf LSE. Nach Angaben der Schulen sind es aber fast doppelt so viele Schüler. Wenn die von den ReBBZ erstellte Diagnostik mehr als 4% ergeben hat, müssten die Grund- und Stadtteilschulen zukünftig mehr Lehrerstunden von der Schulbehörde erhalten. Bei 5% wären es von der Vorschulklasse bis Jahrgang 10 insgesamt ca. 150 zusätzliche Lehrerstellen im Wert von 9,5 Millionen Euro. Bei 6% liegt der Zusatzbedarf bei 300 Lehrerstellen und 19 Millionen Euro.”

Das Hamburger Bündnis für schulische Inklusion dazu: “Es ist ein Skandal, wenn der Senator zwei Jahre lang den Schulen falsche Zahlen unterstellt und nun die Ergebnisse der von ihm selbst angeordneten Diagnostik aus wahltaktischen Gründen geheim hält”. Das Bündnis forderte Schulsenator Rabe auf, die Zahlen sofort zu veröffentlichen und die Lehrerzuweisung für die Schulen entsprechend anzupassen, “damit die schulische Inklusion qualitativ verbessert werden kann.”” http://bildungsklick.de/pm/92895/schulsenator-rabe-haelt-brisante-zahlen-ueber-sonderpaedagogischen-foerderbedarf-unter-verschluss/

Hamburg und die besondere “Kälte menschlicher Beziehungen”

Die im folgenden Interview erwähnte KÄLTE im Umgang miteinander schlägt sich auch in der Schulpolitik nieder. Darum setzen wir uns für mehr Herzlichkeit im Umgang miteinander ein. Unser Motto lautet deshalb:”

Die Hamburger Psychotherapeutin Sabine Wery von Limont in der ZEIT vom :

“DIE ZEIT: Frau Wery von Limont, in keiner Stadt soll es so viele psychisch Kranke geben wie in Hamburg, der angeblich “schönsten” und reichsten Stadt Deutschlands”. Wie kann das sein?

Sabine Wery von Limont: Es liegt an der Kälte. Und ich meine jetzt nicht das Wetter, sondern die menschliche Kühle. Die Hamburger sagen ja immer von sich, dass sie sehr herzlich sein können, aber was ich in meiner täglichen Arbeit als Psychotherapeutin erlebe, ist eine unglaubliche Kälte menschlicher Beziehungen, sowohl in den Familien als auch am Arbeitsmarkt. Viele Hamburger sind sehr reich, aber sie haben eine traurige Seele, ein krankes Herz.

ZEIT: Worunter leiden sie?

Wery von Limont: Die Menschen, die zu mir kommen, haben Angst. Angst, den Status zu verlieren, im Alter nicht mehr leistungsfähig genug zu sein, die Familie nicht mehr versorgen zu können. Und sie versuchen krampfhaft, dagegenzuhalten, noch mehr zu arbeiten, noch mehr zu leisten. Sie bauen sich eine schöne Fassade auf, aber irgendwann bricht die zusammen. Erst kommt die Angst, dann die Depression. Dieses Fassadenhafte ist vor allem in Hamburg sehr ausgeprägt.”

http://www.zeit.de/2014/51/psychologie-depression-hamburger-buergertum

Bildungsnot – Akute Probleme der Bildungspolitik:

31.12.14

“Fehlende Ausbildungsreife, mangelnde Berufsorientierung, hohe Abbruchzahlen in Schule und Hochschule, kein Schulabschluss”:

Vor dringenden bildungspolitschen Problemen haben jetzt deutsche Wirtschaftsverbände gewarnt:  “Die Debatte über die Akademikerschwemme setze an der falschen Stelle an”, erklärt der Arbeitgeberverband. BDA Vize Braun in einem Bericht in der WELT:  “Die laufende Diskussion über eine mögliche Überakademisierung überlagert die gegenwärtigen bildungspolitischen Herausforderungen.” Das Problem seien nicht zu viele Akademiker, sondern “fehlende Ausbildungsreife, mangelnde Berufsorientierung, hohe Abbruchzahlen in Schule und Hochschule sowie eine immer noch hohe Zahl von Menschen ohne jeglichen Berufsabschluss””, heißt es in einem Positionspapier von BDA, Bundesverband der Industrie (BDI) und Deutscher Telekom. Die WELT weiter:

“20 Prozent der Jugendlichen sind nicht ausbildungsreif

Zwar ist die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss seit dem Jahr 2000 deutlich zurückgegangen. Aber noch immer gebe es jährlich rund 50.000 Schulabbrecher. Fast 20 Prozent aller Jugendlichen seien nicht ausbildungsreif. Und die Abbruchquote an Hochschulen betrage durchschnittlich fast 30 Prozent”  Papier.”

Die Fakten, so die WELT: “Seit dem Jahr 2000 ist die Studienanfängerquote deutlich gestiegen. Entschieden sich damals lediglich 33,5 Prozent eines Jahrgangs für ein Studium, ist die Quote im Jahr 2013 auf über 50 Prozent gesprungen. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging im gleichen Zeitraum dagegen deutlich zurück.” 30 000 Ausbildungsplätze seien im September 2014 nicht besetzt gewesen.

Im Gegensatz zu den Wirtschaftsverbänden warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) deshalb laut WELT vor einer übertriebenen Akademisierung: ” “Dem Wirtschaftsstandort Deutschland drohe ein “nachhaltiger Schaden”, wenn “der Trend zur Akademisierung um jeden Preis” nicht gestoppt werde”, so DIHK-Präsident Erik Schweitzer.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article135886345/Bildung-lohnt-sich-oder-doch-nicht.html?wtmc=nl.rstpolitik

Neue Schulpartei “Hamburger Bürger-Liste” übertrifft nötige Unterschriften-Zahl für Wahl-Zulassung

 

Neue Schul-Partei: Wir treten zur Hamburg-Wahl an!

11.12.2014 Mopo:

“Sie hatten knapp zehn Tage Zeit, um 1000 Hamburger davon zu überzeugen, sie mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Nun hat die neue Wählergemeinschaft „Hamburger Bürger-Liste“ es offenbar geschafft. Die Schul-Partei der G8-Gegnerin (Abitur nach acht Jahren) Mareile Kirsch wird zur Bürgerschaftswahl antreten.

Mit 1467 eingereichten Stimmen, von denen 1282 gültig waren, haben wir die Zahl der nötigen 1000 Unterschriften trotz kurzer Sammelzeit weit überschritten! ”

http://www.mopo.de/politik/neue-schul-partei–wir-treten-zur-hamburg-wahl-an-,5067150,29293764.html

 

Turbo-Abi-Gegner: Unterschriften reichen für Bürgerschaftswahl

12.12.2014 Abendblatt:

“Mareile Kirsch, die im Herbst mit ihrer Volksinitiative gegen das Turbo-Abi (“G9-Jetzt-HH”) gescheitert war, hat eine weitere Hürde genommen, um bei der Bürgerschaftswahl im Februar 2015 zu kandidieren. Ihre Wählergemeinschaft “Hamburger Bürger-Liste” habe am Donnerstag 1282 gültige Unterschriften beim Landeswahlamt eingereicht, teilte sie mit.”

http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article135285846/Turbo-Abi-Gegner-Unterschriften-reichen-fuer-Buergerschaftswahl.html